BürgerEnergiegenossenschaft Raum Neuenstadt eG

Liebe Mitglieder und Interessenten!

Aufgrund der aktuellen Situation ist die Geschäftsstelle der BERN bis auf weiteres geschlossen.
Ihre Anliegen und Fragen richten Sie bitte an unsere email-Adresse: info@buergerenergie-raum-neuenstadt.de
Wir danken für Ihr Verständnis! Bleiben Sie gesund!
Ihre BERN

BERN-Spendenaktion für Pflegekräfte und Mitarbeiter unseres Dr. Carl-Möricke-Altenstift bis 30.06.2020

Bürgerwerke-Spendenaktion für das Rote Kreuz und die Tafel bis 30. April 2020 – Wechseln Sie jetzt!

Den privaten Schreibtisch freiräumen, Bildschirm aufbauen, neue Kommunikationstools installieren – das war schnell erledigt. Doch die Mitarbeiter der Bürgerwerke möchten mehr tun! Das Team der Bürgerwerke-Geschäftsstelle hat den starken Wunsch verspürt, diejenigen zu unterstützen, die in der Krise besonders wichtige Arbeit leisten und besonders gefordert sind.

Deshalb unterstützen sie seit kurzem mit einer Corona-Spendenaktion das Deutsche Rote Kreuz und die Tafel Deutschland:

  • Was? Die Bürgerwerke spenden in Summe 20 € an das Rote Kreuz und die Tafel, wenn beim Wechsel zu Bürgerstrom oder BürgerÖkogas der Aktionscode VERANTWORTUNG angegeben wird.
  • Wann? Ab sofort bis zum 30. April 2020 bzw. 30.06.2020
  • Für wen? Für Sie und für alle, die Sie über die Aktion informieren. Bitte weiterleiten!
  • Wo einlösbar? Der Aktionscode funktioniert auf unserer Homepage unter Bürgerstrom bzw. BürgerÖkogas, unter www.bernstrom.de oder unter www.buergerwerke.de                                                                                                                                                         
  • Die Kosten für die Spendenaktion trägt die Bürgerwerke-Geschäftsstelle!

Die BERN verdoppelt diesen Betrag zugunsten der Pflegekräfte und Mitarbeiter unseres Dr. Carl-Möricke-Altenstifts, die aktuell unter erschwerten Bedingungen ihre unverzichtbare Arbeit leisten.

 


Bürgerstrom – Wärmestrom im Tarifrechner integriert

Haushalts- und Gewerbekunden konnten bislang bequem über den Tarifrechner der BERN sowie auf www.buergerwerke.de wechseln. Seit 1.März 2020 ist das auch für Wärmestromkunden möglich. Auf der Startseite des Tarifrechners ist eine Abfrage eingefügt.

Bevor der richtige Preis angezeigt wird, muss ausgewählt werden, um welchen Zähler und welche Art der Wärmeversorgung (Wärmepumpen- oder Speicherheizung) es sich handelt. Anschließend kann man wie gewohnt online einen Vertrag zur Stromversorgung abschließen oder den passenden Vertrag herunterladen.

Bürger nutzen Bürgerstrom – 100% Ökostrom aus regionalen regenerativen Energien der Bürgerenergiegenossenschaften.

Wann wechseln Sie?!

MyOdoo Members 

EEG-Vergütung für 20 Jahre alte PV-Anlagen

Ende des Jahres 2020 fällt für die ersten EEG-geförderten Anlagen die garantierte aber auf 20 Jahre begrenzte Einspeisevergütung weg. Lohnt es sich, die Anlagen weiter zu betreiben oder wären sie rückzubauen? Lohnt es sich, sie auf Eigenverbrauch umzustellen und Überschüsse an einen Direktvermarkter abzugeben?

Verbände wie die dgs (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie) fordern den Gesetzgeber zum Handeln und einer vernünftigen Anschlussregelung auf – es steht ja auch der Einspeisevorrang auf dem Spiel und es drohen beim Weiterbetrieb unverhältnismäßige Mess- und Meldekosten. Die BERN hat die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises angeschrieben und um ihren Einsatz zugunsten einer Anschlussregelung gebeten. Sie sollte aber rasch kommen, denn die Verunsicherung wächst.

Foto rechts: Landerer PV-Anlage

Wasserstofftechnik in der BERN?

Ist Wasserstoff (H2) der Stoff aus dem die Träume sind, uns aus dem selbst angerichteten „Klimaschlamassel“ zu befreien und möglichst noch ohne unser gewohntes Leben ändern zu müssen? Und wenn nicht, lösen wir wenigstens mit ihm das Speicherproblem beim Umstieg auf Sonnen- und Windenergie?

Prof. Eberhard Schlücker hat zusammen mit seinen Kollegen Prof. Wolfgang Arlt und Prof. Peter Wasserscheid von der Universität Erlangen-Nürnberg und Dr. Daniel Teichmann (CEO Hydrogenious GmbH) Techniken des Umgangs mit diesem in der Natur nicht ungebunden vorkommendem Gas entwickelt und u. a. dafür einen Flüssigspeicher zur Einlagerung und (ungefährlichem) Transport entwickelt und patentiert. Auf Einladung von Technikvorstand Robert Endress hat Prof. Schlücker der BERN in kleinem Kreis den „Energieträger der Zukunft“ samt seiner Speicherlösung vorgestellt und auf konkrete Nutzanwendungen für Kläranlagen oder für ein energieautarkes Dorf als Idee verwiesen.

Prof. Schlücker ist Spezialist für Energiesystemtechnik, bettet die H2-Speichertechnik aber ein in das große Ganze mit den Merksätzen:

  1. Strom kommt aus der Fläche (Wind, Sonne, Wasser, Biomasse). Diese ist begrenzt und auch für die Nahrungsmittelerzeugung und Erholung nötig, daher müssen wir sorgsam damit umgehen.
  2. Das heißt, wir müssen (in gleicher Weise) Energie sparen, jede Energieform nutzen und Synergien in den Energiesystemen entwickeln.
  3. Unter Kostenaspekten ist Energiesparen das Effizienteste, was wir machen können (auch, wenn wir den Umstieg schaffen und nur noch erneuerbare Energien nutzen).

Wasserstoff lässt sich aus Wasser per Elektrolyse unter hohen Energieverlusten aber nahezu klimaneutral gewinnen, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien (ihr weiterer Ausbau ist daher zwingend!) stammt. Der Nachteil: sehr geringe Dichte, der Vorteil: Speicherbarkeit, wobei es dafür eine geeignete Speichertechnologie braucht, die ihrerseits wieder einen breiten, umfassenden Einsatz ermöglicht. Das „Rezept“ dafür ist eine chemische Flüssigkeit (LOHC – Liquid-Organic-Hydrogen-Carrier), die das Gas aufnimmt und chemisch bindet (hydriert). Der Transport ist gefahrlos. Am Einsatzort wird das Gas herausgeholt (dehydriert) und zur direkten Nutzung oder zur (Wieder-) Umwandlung in Strom verwendet. Der LOHC -Speicher lässt dies alles zu, kann immer wieder neu beladen werden und bietet mit der Abwärme der Umwandlungsprozesse sogar zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten.

An einem Standort wie z.B. einer Kläranlage könnte der per Elektrolyse abgespaltene Sauerstoff den Klärprozess verbessern, die Abwärme der Schlammtrocknung dienen und in ein kommunales Wärmenetz eingespeist werden.  Der eingespeicherte Wasserstoff könnte als flüssige Energie oder anderweitig verbraucht oder in Strom umgewandelt und verkauft werden.

MyOdoo Members Foto: Prof. Eberhard Schlücker

Die Kläranlage als kleines, örtliches „Energiezentrum“? Das ließ auch die beiden Bürgermeister Norbert Heuser, Neuenstadt und Timo Natter, Langenbrettach aufhorchen, ihre Gemeinden sind jeweils Standort einer Sammelkläranlage.

Aber ist die Wasserstofftechnik überhaupt etwas für die BERN und solche relativ kleinen lokalen Nutzanwendungen und Energiezentren?

Prof. Schlücker bestätigt: Wasserstoff ermöglicht mit dieser Speichertechnik eine dezentrale Energieversorgung, die in den Händen der Bürger liegen kann. Eine solche Teilhabe am „eigenen Energiezentrum“ wird  Menschen bewegen, sich für ein derartiges Energiesystem einzusetzen und es wirtschaftlich, effizient und nachhaltig selbst zu betreiben.  

Ob so etwas im Raum Neuenstadt  funktionieren kann,  wäre noch herauszufinden. Immerhin gibt es mit der BERN schon eine allen Bürgern offen stehende „Energiefirma“, die gemeinsam mit den Kommunen und Stadtwerken ein solches Projekt angehen, die Standorteignung der Kläranlagen prüfen  und sich ggf. um Fördermittel bemühen könnte.

Die BERN wird auch prüfen müssen, ob sie neben den Energieeinsparprojekten, der Bürgerstromvermarktung, dem dringend nötigen Ausbau der PV auf Dach- und Freiflächen zusätzlich noch die Wasserstofftechnik „stemmen“ kann und was das personell bedeutet. Lohnenswert erscheint ihr ein Einsatz allemal. Auch Prof. Dr. Schlücker hat seine Unterstützung gerne zugesagt. Seine Verbundenheit zu unserem Raum (er wohnt in Obersulm) und mit Robert Endress ist dabei ein großer Pluspunkt.

Nutzen Sie schon Ökostrom

oder lassen Sie noch Braunkohle ausbaggern und Steinkohle aus dem Ausland antransportieren?

MyOdoo Members Fotor rechts: Christian Schauderna

Der Kohleausstieg ist zwar beschlossen, aber bis 2038 verstärkt die Kohleverbrennung die schon jetzt zu hohe Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre und damit die lebensbedrohende Erderhitzung.

„Was kann ich schon als Einzelner gegen die drohende Klimakatastrophe tun?“, fragt sich mancher Bürger. Zumindest keinen Kohlestrom mehr kaufen, sondern Ökostrom nutzen.

Klimafasten - So viel du brauchst

ist der Titel einer gemeinsamen Initiative der ev. und kath. Kirchen. Die Aktion geht bis Ostersonntag und wirbt für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung. Wir empfehlen Ihnen die Teilnahme, bei der es in jeder Woche um einen anderen Bereich geht: den eigenen ökologischen Fußabdruck bestimmen, das Lebensmittelretten, eine andere Mobilität, ein plastikfreies Leben u.a. und jede Woche bringt viele praktische Tipps. Einer davon aus  „Eine Woche Zeit für meine Energie“ lautet: „ich prüfe den Wechsel zu einem Ökostromversorger oder die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft“.  Da bietet sich doch gleich die BERN an!

„Klimaschutz macht Verzicht erforderlich“, heißt es darin, „Aber immer wieder ist es ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten.“

Die Fastenbroschüre gibt es unter www.klimafasten.de oder bei der BERN oder den Kirchengemeinden.

Machen Sie mit! Es kommt auf einen Jeden an.

 

Den Kirchen geht es beim „Schöpfung bewahren“ u.a. durch Klimaschutz um die Geisteshaltung und ein darin begründetes Handeln. Bezogen auf den Klimaschutz-Teilaspekt des Umbau der Energiesysteme kommt eine Studie aus rein logischer Sicht zu einem ähnlichen Ergebnis: es kommt auf jeden an!

Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem

beschreibt die Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme vom Februar 2020 und nimmt besonders die gesellschaftlichen Verhaltensweisen in den Blick:

  • Referenz, (als Vergleichsgröße genutzt) alles bleibt so, wie es gerade ist
  • Beharrung, starke Widerständen gegen den Einsatz neuer Technologien im privaten Bereich
  • Inakzeptanz, der weiteren Ausbau großer Infrastrukturen (Windparks, Stromtrassen u.a.) stößt auf mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung
  • Suffizienz, breite Verhaltensänderung und Wertewandel, was zu einer deutlichen Verringerung des Energieverbrauchs bei den Nutzern führt. (Suffizienz bedeutet so viel wie „das rechte Maß“ beim Lebenswandel; ähnlich dem Motto des Klimafastens: „so viel du brauchst“.)

Auf der Basis des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung (Ziel: zu 95% klimaneutrales Energiesystem in 2050 erreicht)  berechnet die ISE-Studie den Aufwand samt Kosten des dazu nötigen System-Umbaus. Wen wundert’s: mit weitem Abstand ist der Weg der Suffizienz der günstigste, wobei auch seine insgesamt 440 Mrd. € kein „Schnäppchen“ sind, aber in  Jahresraten volkswirtschaftlich verkraftbar.

Zitat aus dem Fazit der Studie: Das Erreichung der Ziele hängt stark ab von den Rahmenbedingungen,  welche wesentlich durch gesellschaftliches Verhalten und Einstellungen bestimmt sind. So hätten Verhaltensänderungen in weiten Teilen der Gesellschaft, die zu einem sparsameren Umgang mit Energie führen, eine erhebliche Wirkung. Die notwendige Menge an Anlagen zur Wandlung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Energie und die damit einhergehenden Kosten würden substanziell niedriger liegen als in allen anderen betrachteten Szenarien. Dagegen würde ein Festhalten an der Nutzung gewohnter Verbrennungsbasierter Techniken zur Wärmeversorgung und Fortbewegung zu wesentlich größeren Ausbauzielen für erneuerbare Energien und weitere damit verbundene technische Anlagen führen. Außerdem steigt der Import synthetischer, chemischer Energieträger, die im Ausland auf Basis erneuerbaren Stroms hergestellt werden.“  

Also: wer will, dass weniger Windräder und Freiflächen-PV-Anlagen in der Landschaft entstehen und weniger Stromtrassen gebaut werden, sollte mit jedwedem eigenen Energieverbrauch so sparsam wie möglich umgehen.

Die Studie ist zu finden unter:

https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/Fraunhofer-ISE-Studie-Wege-zu-einem-klimaneutralen-Energiesystem.pdf

Foto: Bayr. Landesamt für Umwelt

Klimafasten

Das raten auch in ökumenischem Einklang die beiden Kirchen und widmen eine der sieben Fastenwochen dem Thema Energie: „Je mehr Sonne und Wind wir nutzen, desto besser für das Klima und umso leichter fällt der Kohleausstieg.“ Ihre konkrete Empfehlung: „In dieser Woche prüfe ich den Wechsel zu einem Ökostromversorger oder die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft.“

Auch für die übrigen Wochen hält das Umweltbüro der Kirchen in seiner Klimafastenbroschüre nutzenswerte Hinweise und Tipps bereit. (www.umwelt.elk-wue.de/klimafasten/)

Für 29,5 Cent/kWh

ist der Bürgerstrom der BERN/Bürgerwerke fix bis Ende 2020 zu haben. Der Wechsel ist einfach (www.bernstrom.de). Er hilft nicht nur dem Klima, sondern befördert auch die Energiewende: Strom wird vor Ort von den Bürgern selbst erzeugt und zugleich auch verbraucht. Die Konzerne sind außen vor und die Wertschöpfung bleibt hier. Der BERN fällt es zudem leichter, in erneuerbare Energien zu investieren.

Investitionen sind in 2020 geplant

zuerst einmal in PV-Dachanlagen > 10 kWp, wenn die Bemühungen der BERN um die Nutzung geeigneter Dächer fruchten; dann aber auch in eine 750 kWp große PV-Freiflächenanlage gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer. Voraussetzung dafür ist das Planungsrecht und auf das wartet die BERN schon eine Weile recht (un)geduldig. Die Einspeisevergütungen sinken leider von Monat zu Monat und irgendwann im 2. Quartal 2020 fällt die Vergütung ganz weg, weil dann der im EE-Gesetz festgelegte „ 52 Gigawatt –Deckel“ erreicht sein wird. Der soll zwar aufgehoben werden, aber wann das dazu nötige Gesetz beschlossen und welcher Vergütungsmechanismus dann gelten wird, ist offen. Ungewissheit ist schädlich für Projekte.

Erstmals 3 Millionen kWh

hat die Stromerzeugung der BERN überschritten und das dank eines guten Windjahres 2019. Der Solarstrom aus den eigenen Anlagen hat 1.141.610 kWh beigesteuert, der Windstrom aus den Beteiligungen 1.959.868 kWh, zusammen also 3,1 Mio kWh. Die BERN strebt an, etwa zwei Drittel des Stroms über die Photovoltaik zu erzeugen und muss daher beim Ausbau der Sonnenenergie kräftig zulegen – übrigens im Einklang mit dem Klimaschutzplan der Stadt, der eine Verzehnfachung der vorhandenen Kapazitäten als nötig vorgibt. Dazu müssen sich aber rasch die Blockaden lösen, zumal es mit der Abschaltung auch der Kohlekraftwerke (allmählich) ernst wird.

Foto rechts: Landerer PV-Anlage

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Etwa 1.000 Stromkunden

könnte und kann die BERN im Verbund mit der Bürgerwerke eG mit diesem ihrem Ökostrom (Bürgerstrom) versorgen. Es ist das Mindeste und Leichteste, was man als „Normalbürger“ tun kann, um den Klimawandel zu bremsen: auf Ökostrom umsteigen. Nutzen Sie das faire Angebot der BERN, dann bleibt auch die Wertschöpfung hier. Bei einem festen, garantierter Preis bis zum 31.12.2020 und einer monatliche Kündigungsfrist kann man nichts falsch machen. Ihre Ansprechpartner sind zudem vor Ort und helfen Ihnen persönlich beim Wechsel.

Am besten gleich wechseln: https://www.buergerenergie-raum-neuenstadt.de/page/burgerstrom

Weihnachts- und Neujahrsgruss

Allen Mitgliedern wünschen wir ein frohes und friedliches Weihnachtsfest, Gesundheit und ein gutes Neues Jahr, in dem wir uns mit aller Kraft und dem nötigen Elan gegen die drohende Klimakatastrophe stemmen wollen.

Weitere PV-Anlagen und ggf. Windkraftbeteiligungen sind dafür auf die Agenda zu setzen. Leisten auch Sie Ihren Beitrag dazu und prüfen sie, ob sich nicht auch Ihr Dach dafür eignet. Gerne unterstützen wir Sie dabei.

Frohe Festtage!

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Windstromerzeugung

der 4 regionalen Windpark-Beteiligungen belief sich zum 30.9. auf 59,4 Mio kWh und damit zwischen 2 und 22% mehr, als im Vorjahr. Der BERN-Anteil daran beträgt 1.353.000 kWh. Bis zum Jahresende sollen daraus rd. 1,8 Mio kWh werden. Das ist genug, um etwa 600 Haushalte mit Bürgerstrom/Ökostrom zu versorgen.


Eine geordnete Vermögenslage

und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung der BERN bestätigte erneut der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband im Rahmen der diesjährigen vereinfachten Prüfung nach § 53 GenG für den Zeitraum 1.1.2018 – 30.6.2019.

BERN-Mitglied werden

Kann mit einem Geschäftsanteil von 300 € jeder, der im Raum Neuenstadt wohnt. Die BERN setzt sich für mehr erneuerbare Energie vor Ort ein, sowohl bei der Solarstromerzeugung, als auch beim Verbrauch: CO2 freier, lokaler Bürgerstrom soll den umweltbelastenden Strommix ersetzen. Die BERN setzt sich im Interesse kommender Generationen für mehr Klimaschutz ein. Wäre ein BERN-Anteil nicht ein schönes, sinnvolles und Ertrag bringendes Weihnachtsgeschenk für Ihre Kinder und Enkel? Mehr Informationen zur BERN hält unsere Homepage bereit: www.bernstrom.de.

„Kleine Gase – große Wirkung“

Noch nie in der Menschheitsgeschichte war der CO2-Gehalt in der Atmosphäre höher als im vergangenen Jahr und 2019 ist auf dem Weg, den Wert zu toppen. In den letzten 30 Jahren ist er um fast 50% auf 420 ppm angestiegen. Der materielle Wohlstand, den unsere Generation zweifelsohne geschaffen hat, verändert, ja, zerstört damit zugleich die Lebensgrundlagen kommender Generationen. Der Klimawandel wird immer bedrohlicher und er kommt viel rascher als erwartet. Wer noch immer Zweifel hat, dass der Klimawandel menschengemacht ist, für den hält die BERN das  kleine Buch mit dem obigen Titel bereit. Mitglieder erhalten es kostenlos auf Anforderung: info@buergerenergie-raum-neuenstadt.de oder Tel. 9308680 –bitte den Anrufbeantworter nutzen.

Verband feierte am 5. Oktober sein 10jähriges Bestehen

Im Ländle sei das Netz der BürgerEnergiegenossenschaften am dichtesten, meinte der Behördenchef des Umweltministeriums auf der Feier des VBBW (Verband der BürgerEnergiegenossenschaften in Baden Württemberg) nicht ohne Stolz und kündigte eine Solaroffensive des Ministeriums an. 27% mache der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in BW aus, 9% davon entfalle auf die Photovoltaik. Beim Kohleanteil liege BW nach NRW an zweiter Stelle und da Atom- wie Kohleverstromung eingestellt würden, müsse die Solarstromerzeugung ausgebaut werden. Den BürgerEnergiegenossenschaften komme dabei eine bedeutende Rolle zu. Die BERN ist Mitglied im VBBW und hofft, dass die Initiative rasch und wirkungsvoll kommt. In den vergangenen 10 Jahren herrschte eher Flaute beim Zuwachs vor Ort: die BERN-Kapazität hat jährlich nur 1% zulegen können.

BERN-Homepage nutzen

Im Amtsblatt können nicht alle Berichte der BERN zum Klimaschutz oder über eigene Aktivitäten erscheinen; der Verlag lässt manche Informationen nicht mehr zu und verweist auf das Redaktionsstatut.

Wer vollständig informiert sein möchte, sollte daher ergänzend die BERN-Homepage nutzen: www.bernstrom.de . In der Rubrik „Aktuelles“ sind die Berichte komplett und chronologisch geordnet für Sie zum Lesen aufbereitet.

Die Solarstromerzeugung im September

erreichte mit 107.200 kWh nur 90% des Vorjahreswerts. In den vergangenen 9 Monaten haben die 7 BERN-Anlagen knapp 1.030.000 kWh Strom erzeugt, etwa genau so viel wie im Vorjahr.

Das Klimapaket

der Bundesregierung liegt vor und hat viel Kritik geerntet: es sei nur ein Päckchen und kein Paket und der Inhalt reiche nicht, die selbstgesetzten Klimaziele zu erreichen. Auch die BERN hätte sich ein rascheres und mutigeres Vorgehen gewünscht. Wenn wir Deutsche mit unserer Lebensweise im Schnitt 10 to CO2 im Jahr emittieren und damit doppelt so viel wie die Weltbevölkerung, dann wäre das auch bitter nötig. Für mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gibt das Paket leider auch keine Impulse, wenigstens aber soll der 52-Gigawatt-Deckel des EEG wegfallen, der für den Zubau kleiner Solarstromanlagen bis 750 kWp wohl das AUS bedeutet hätte. Die BERN hofft ja immer noch, irgendwann eine PV-Freiflächenanlage auf der Markung bauen zu können.

Glückwunsch für das 500. Mitglied der BERN
Vor 10 Jahren wurde die BürgerEnergie Raum Neuenstadt eG (BERN) als kleine örtliche Solarstrom“fabrik“ gegründet. Die 8jährige Emma Gebhard ist ihr 500. Mitglied und konnte sich über einen Eis-Gutschein freuen. Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Norbert Heuser und Ines Schöll von der BERN-Geschäftsstelle überreichten ihrer Mutter das Buch „Kleine Gase-große Wirkung“. Tina Gebhard: „Unsere dreiköpfige Familie ist komplett beigetreten und nutzt auch den Bürgerstrom der BERN. In Zeiten des Klimawandels ist es doch toll, so ein Angebot vor Ort zu haben.“
Die BERN, so Vorstand Kurt Herdtweck, erzeugt heute durch 7 eigene Photovoltaikanlagen (PV) und 4 Windkraftbeteiligungen jährlich rund 2,8 Millionen kWh erneuerbare Energie und will ihre Kapazität mindestens verdoppeln. Eine PV-Freiflächenanlage im autobahnnahen Vorranggebiet ist in Planung. Eine weitere Windkraftbeteiligung ist bereits eingegangen, steckt aber, wie fast alle Windkraftplanungen, im Genehmigungsdschungel fest. Dafür geht es beim Absatz von Bürgerstrom voran, bei dem die BERN mit der Bürgerwerke eG, Heidelberg kooperiert. Über 100 weitere Energiegenossenschaften sind ebenfalls Mitglied dieses leistungsfähigen Netzwerks mit dem Ziel, den von Bürgern erzeugten Strom auch durch die Bürgern zu nutzen. Seit 2018 ist das auch im Raum Neuenstadt möglich und die BERN hat aktuell eine Jahresmenge von 350.000 kWh unter Vertrag. „Bürgerstrom ist Ökostrom mit lokalem Mehrwert“, meint Vorstand Herdtweck dazu, und peilt als Absatzziel vorerst einmal die gesamten regional erzeugten 2,8 Mio kWh an – genug für etwa 900 Haushalte. Das Angebot richte sich ja nicht nur an Mitglieder, sondern an alle Stromverbraucher. „Ökostrom zu nutzen sei ein ebenso leichter wie notwendiger Beitrag zum Klimaschutz.“
Die BERN ist gespannt auf die Entscheidungen des Klimakabinetts und hofft, dass Wettbewerbsverzerrungen beseitigt werden und die Bremsen für den Ausbau der erneuerbaren Energien wegfallen. „Dann können wir endlich wieder investieren – unsere Mitglieder warten schon lange darauf.“

10 Jahre BERN –Rückblick und Ausblick

Als die BERN im Jahr 2009 gegründet worden ist und gleich eine 1 MWp große PV-Anlage finanziert hat, wollten wir damit einen ersten Beitrag zur Energiewende leisten, dem weitere große Schritte folgen sollten. Ein Zeitziel hatten wir uns nicht gesetzt, aber ein Vielfaches der ersten Investition schien uns so notwendig wie machbar. Erreicht haben wir in 10 Jahren nicht mal eine Verdoppelung, sondern einen PV-Kapazitätszuwachs von beschämenden 1%/Jahr. Mit einem solchen Ausbau“tempo“ ist eine weitgehende Energiewende im Raum Neuenstadt Utopie.

Das gilt besonders mit einem Blick auf die noch größeren Utopisten: Die Fridays-for-Future-Bewegung fordert ein klimaneutrales Deutschland bis 2030, also in einem Zeitraum von 10 Jahren. Wow, da sehen wir alt aus. 

Aber nicht nur wir, leider. Die Fa. Solarcomplex, mit der wir einen Windpark im Südschwarzwald errichten wollen (der vor Gericht und blockiert ist), schreibt in ihrem Newsletter:

Die Forderungen der überwiegend jungen Menschen werden aus gutem Grund drängender, denn die Verheißung eines immerwährenden Wohlstands auf Basis fossiler Energien lässt sich nicht mehr halten. Der Raubbau an den Naturressourcen wird ihre Zukunft definitiv schwieriger und nicht (wie bei den Generationen zuvor) besser machen. Das haben sie erkannt und dagegen protestieren sie. 

An diesem Scheitelpunkt geraten auch die politischen Ideologien der jüngeren Vergangenheit massiv unter Druck. So fordern Vertreter des Liberalismus hartnäckig "Klimaschutz ohne Verbote" und verdrängen damit, dass die offensiv ausgelebte Freiheit von gerade mal zwei Generationen (seit etwa 1950) uns erst die Krise eingebrockt hat, in der wir uns heute kollektiv befinden 

Es ist sonnenklar (welch schöner Begriff), dass die Menschheit sich wird beschränken müssen. Entweder freiwillig, somit aus Einsicht und durch "Regeln". Ein Wort, das viel leichter akzeptiert wird als "Verbote". Oder unfreiwillig, durch eine anhaltende und schmerzvolle Anpassung an schwindende Lebensräume. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Die dicht besiedelten Küstenregionen werden vom steigenden Meeresspiegel bedrängt, die vermeintlich gemäßigten Klimazonen von der Ausbreitung der Wüsten (auch im Mittelmeerraum) und dort wo es sich noch einigermaßen gut leben lässt, kommen die vielen hin, die es "zuhause" nicht mehr aushalten. 

"Klimaschutz ohne Verbote" ist Eskapismus pur und erklärt die Leute für blöd. Würde man "Klimaschutz ohne Gesetze" sagen, würde der Blödsinn noch offensichtlicher. Selbstverständlich benötigt man in einer existentiellen Krise neue Regeln, neue Gesetze und auch Verbote.

Falsch verstandene Freiheitsliebe gefährdet die Freiheit vieler Menschen, die heute auf dem Planeten leben, und erst recht das Leben und die Freiheit künftiger Generationen. Sie meint in letzter Konsequenz die "Freiheit zum Untergang". Statt sich an dem Kampfbegriff der "Verbote" abzuarbeiten, sollten freiheitsliebende Menschen diskutieren, wie die neuen Regeln fürs kollektive Überleben aussehen sollen.

"Niemand fährt mit dem Auto schneller als 120 km/h", das ist so eine Regel. Noch dazu eine sehr vernünftige. Neben den damit verbundenen Einsparungen an Treibstoff und Treibhausgasen, neben der Reduktion an Unfällen und damit menschlichem Leid bringt sie eine zentrale Erkenntnis zum Ausdruck: Wir müssen uns beschränken und wir tun es freiwillig. 

Dem ist von der BERN nur hinzuzufügen: freiwillig und jetzt, nicht erst, wenn es zu spät ist.

Und wann ist es zu spät?

Wenn der Permafrostboden auftaut und die darin gebundenen riesigen Mengen an Methan freigesetzt werden. Der oberste Meter sei schon am Tauen oder aufgetaut. Dies bedeutet leider, dass die Klimawissenschaftler mit ihren Vorhersagen zur Entwicklung des Klimawandels recht gehabt haben, nur mit einer nicht: er kommt noch schneller als erwartet.

Die Solarstromerzeugung im August

belief sich auf  141.000 kWh, im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung. In den ersten 8 Monaten dieses Jahres sind damit wie im Vorjahr 921.000 kWh erreicht.

60% der Privathaushalte

würden gerne mehr erneuerbare Energien nutzen oder Energie selbst erzeugen, gibt das jüngst veröffentlichte „Energiewendebarometer 2019“ der staatlichen Förderbank KfW zu wissen. KfW-Ökonom D. Röder: „Der weitere Einsatz von erneuerbaren Energien ist dringend vonnöten.“ Der Ausstoß von Treibhausgasen müsste deutlich stärker verringert werden, um die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen. Das betrifft den Verkehr (Auto), die Heizung und den Strom. Der Umstieg auf erneuerbare Energien fällt beim Strom wegen der vielen Öko- und Bürgerstromangebote am leichtesten. Bürgerstrom ist Ökostrom mit lokalem Mehrwert. Sie erhalten ihn auch in Neuenstadt und Langenbrettach.

Immer mehr Bürger

schätzen die BERN und werden Mitglied. 2018 ist die Zahl der Mitglieder um 10% gewachsen und in 2019 hat sich dieser Trend bislang fortgesetzt, obwohl nur noch ein Geschäftsanteil für 300 € gezeichnet werden kann. Informationen und Formulare zum Download gibt es unter www.buergerenergie-raum-neuenstadt.de

Nachhaltigkeit

war das Leitthema eines bunten, vielfältigen und fröhlichen Kirchweihmarkts in Stein a.K., das für eine lebenswerte Zukunft dieser vitalen Ortschaft steht. Eine solche Zukunft wird es nur mit einem raschen Umstieg auf erneuerbare Energien und einem Stopp der CO2-Emissionen geben. Dazu braucht es viel mehr PV-Anlagen und viel mehr Ökostrom in Haushalten, Unternehmen und öffentl. Einrichtungen. Für diesen notwendigen Beitrag zum Klimaschutz hat die BERN an ihrem Stand geworben, u.a. mit dem hochinteressanten Büchlein „Kleine Gase – große Wirkung“, das kostenlos an die Mitglieder abgegeben wurde und wird.

Wohlstands- und Investitionsmotor

sei unser Wirtschaftssystem, aber mit seiner Wachstums- und Profitorientierung zerstöre es unsere Lebensgrundlagen, verschwende endliche Ressourcen, vermülle Land, Wasser, Luft, beute aus, bewirke extreme Ungleichheit und heize die Erde über die Maßen auf, so listet A. Zielcke in der SZ das „Sündenregister“ des Kapitalismus auf. Ist denn tatsächlich das Eine nicht ohne das Andere zu haben? Zielcke zitiert J. Gamble: „soweit es der Markt nicht ohnehin erzwingt, dürfen Unternehmen allein dem Gebot der Profitmaximierung gehorchen, auch auf Kosten der Belegschaft, der Umwelt, des Staates (z.B. Steuervermeidung). Das ist bei Großunternehmen durch Aktionäre sogar einklagbar.“ Reine Profitmaximierung sei „legalisiertes asoziales Verhalten“. Dem Staat gelinge es nicht, das System zu zähmen. D. Drewes von der HN-Stimme meint zur Nitrat-Belastung: „Es bleibt politischer Unsinn, das Nitrat zuerst über die Gülle in die Erde zu bringen, um es mit hohem Aufwand (aus dem Grundwasser) wieder auszufiltern“. Da fällt einem Hamlet ein. „Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode“, denn gegen zu viel Stickoxide in der Luft installieren Kommunen Mooswände und Filterapparate und gegen zu viel CO2 in der Atmosphäre werden technische Verfahren entwickelt, die es wieder herausholen und einlagern sollen. Warum nicht gleich Nitrat, Stickoxide und CO2 reduzieren? Weil es die Wirtschaft etwas kostet und Umsatz, Ertrag und Profit mindert. Die Folge wären womöglich weniger Beschäftigung und weniger Steuereinnahmen für den Staat und beides fürchten Parteien, die ja immer an die nächste Wahl denken (müssen). Also läuft es trotz aller Warnungen der Wissenschaft gerne „weiter so wie immer“. Die zwangsläufig (?) entstehenden Umweltschäden erfordern Reparaturmaßnahmen und die sind systemgerecht: sie bedeuten zusätzliche Beschäftigungs-, Umsatz- und Profitchancen und erhöhen das Bruttosozialprodukt. Wer am Ende dafür bezahlt? Drewes meint beim Nitrat, das dürfe nicht der Bürger sein. Aber bei vielen Umwelt- und Klimaschäden lässt sich ein einzelner Verursacher nur schwer ermitteln und heranziehen. Also trifft es dann doch die Allgemeinheit. J. Gamble setzt seine Hoffnung übrigens nicht auf den Staat, sondern auf die Unternehmen. Die müssten nur jeweils selbst das Gemeinwohl in ihre unternehmerischen Entscheidungen systemisch integrieren. Tatsächlich gibt es schon solche Unternehmen – aber zu wenige und nötig wären alle. Also braucht es wohl doch den Staat, seine Gesetze und ihre Durchsetzung. Auf die im September anstehenden Entscheidungen des Klimakabinetts der Bundesregierung darf man gespannt sein.  

48,1 Millionen kWh betrug die Windstromerzeugung

der vier Windparks, an denen die BERN beteiligt ist im 1. Halbjahr 2019. Das sind 9% mehr als im Vorjahr und 63% des Jahres-Sollwerts. Die Erzeugung könnte um 20 Mio kWh höher liegen, wenn das fünfte und voll genehmigte Projekt nicht vor Gericht blockiert wäre. Das geht vielen anderen Projekten auch so und deswegen kommt die Energiewende nicht schnell genug voran. Je länger aber Kohlekraftwerke weiter laufen (müssen), weil erneuerbare Energien fehlen, desto mehr heizt sich die Atmosphäre weiter auf.

Der BERN-Anteil am Windparkstrom ist mit 1.114.000 kWh bescheiden. Zusammen mit dem Solarstrom wurden im 1. Halbjahr aber immerhin knapp 1,9 Mio kWh erzeugt. Reicht das? Natürlich nicht. Folgt man dem Klimaschutzplan der Stadt sollte die Erzeugungskapazität mindestens um den Faktor 5 höher liegen!

Marktversagen – Staatsversagen ?

Von 1879 bis 1979 hat sich der CO2-Gehaltder Atmosphäre von 290 auf 334 ppm erhöht und in nur 40 Jahren - noch rasanter - auf heute 415 ppm, obwohl damals schon klar war, dass damit verheerende Klimaveränderungen verbunden sein könnten. Prof. Dr. D. Cansier stellte in seinem 1980 bei der Landeszentrale für politische Bildung BW erschienen Aufsatz für die BRD fest: „ Die Umweltpolitik hat das CO2-Problem bislang vernachlässigt.“ Im gleichen Heft sprach Prof. Dr. W.J. Mückl  im Blick auf die damalige „Verschmutzung und Schädigung der Umwelt“ von einem Marktversagen. Die freie Marktwirtschaft gebe den Individualinteressen (zu) viel Raum, was zu einer Überbewertung der Gegenwartsinteressen führe und folgert: „Der Staat muss – und dies ist eine seiner wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele -auch Sachwalter der Zukunftsinteressen der Gesellschaft sein.“ Kinder und Ungeborene hätten aber keine politische Lobby. Die Interessen künftiger Generationen würden, wenn überhaupt, nur sehr begrenzt und unvollkommen berücksichtigt. Es würden also nicht nur Maßnahmen bevorzugt, deren Nutzen den Wählern zugute kommen, es würden auch die Kosten dieser Maßnahmen gerne auf die Zukunft abgewälzt. 1.967 Milliarden € soll die Staatsschuld der BRD (31.12.2017) betragen.

Das Dilemma hat sich in den vergangenen 38 Jahren nicht aufgelöst – die Probleme aber sind um ein Vielfaches größer geworden und drohen uns/der Menschheit über den Kopf zu wachsen. Wird es mit dem kostenfreien Ausstoß von Treibhausgasen bald ein Ende haben? Traut sich die Politik einen CO2-Preis festzusetzen und – werden wir Bürger als Verbraucher ihn auch akzeptieren?

Dort steht: „Wenn die Summe der installierten Leistung der Solaranlagen [..] 52 000 Megawatt überschreitet, verringern sich die anzulegenden Werte [..] auf null“. Damals lag die 52 GW-Grenze in weitere Ferne, doch langsam rückt dieser Zeitpunkt näher. Und warum sind es gerade 52 GW? Ganz einfach: Diese Zahl von 52 GW wurde im Jahr 2010 als deutsche Ziele für 2020 im Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien an die EU gemeldet.

Wann wird die Grenze erreicht?

Laut den aktuell veröffentlichten Marktzahlen der Bundesnetzagentur wurden in den Jahren bis 2010 insgesamt 10,6 GW PV-Leistung aufgebaut, bis Ende 2018 kamen weitere 35,4 GW hinzu. Im ersten Halbjahr 2019 wurden nun 2 GW neu aufgebaut, so dass zum 30.06.19 die Gesamtleistung bei 48 Gigawatt liegt. Wenn nun mit 2 GW pro Halbjahr fortgeschrieben wird, wird der Deckel in 12 Monaten erreicht. Doch das ist nur Theorie. In der Praxis wird sich ein anders Verhalten zeigen: Wird der Deckel nicht zügig abgeschafft, wird eine Rallye beginnen, wie sie früher an Stichtagen der Fördersenkung zum Jahresende schon zu beobachten waren. Es ist zu befürchten, dass viele Projekte schneller gebaut werden sollen, schon Ende dieses und Anfang kommenden Jahres könnte die Nachfrage deutlich steigen. Damit erhöht sich aber die Geschwindigkeit, der Deckel rückt dann noch schneller näher. Und die Konsequenzen? Der Markt könnte verrückt spielen, Lieferzeiten, Preissprünge und Chaos auf den Baustellen sind die Folge. Sicherlich wird auch die Qualität der installierten Anlagen leiden.

Was wäre ohne EEG-Vergütung?

In den vergangenen Monaten gab es einige Berichte von geplanten PV-Anlagen, die auch ohne EEG-Vergütung auskommen. Zum Beispiel projektiert die EnBW derzeit eine Anlage mit über 150 MW in Brandenburg, die in der Öffentlichkeit viel Beachtung erfahren hat, weil sie keine Vergütung benötigt. Doch klar ist: Das sind große Einzelprojekte, von denen auch in Zukunft sicher nur wenige Anlagen realisiert werden können. Bei „kleinen“ Anlagen ist das nicht möglich.